Nachhaltige Produkte und Dienstleistungen

Die Bauwirtschaft hat enormen Einfluss auf die Umwelt. Implenia will diesen Hebel nutzen und verfolgt insbesondere bei selber entwickelten Projekten konsequent nachhaltige Ansätze. Darüber hinaus bezieht das Unternehmen auch Lieferanten in die Lösungsfindung ein und setzt sich aktiv für zukunftsfähige Baustandards ein.

2.1Den Hebel nutzen

Rund 1,7 Millionen Gebäude gibt es in der Schweiz sowie 70 000 Kilometer Strassen und 5000 Kilometer Schienen. Berechnungen zeigen, dass Erstellung und Betrieb all dieser Bauwerke insgesamt 30 Prozent der Treibhausgasemissionen unseres Landes verursachen und für 40 Prozent unseres Energieverbrauchs verantwortlich sind. Die über 330 000 Beschäftigten auf und rund um die Baustellen unseres Landes erwirtschaften etwa 62 Milliarden Franken Umsatz pro Jahr. Diese Zahlen verdeutlichen, welchen enormen Einfluss die Baubranche auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt ausübt.

Um einen Beitrag zur Zukunft unseres Landes zu leisten, will Implenia Nachhaltigkeit in den Produkten und Dienstleistungen umsetzen – also im Kerngeschäft. Nachhaltige Produkte und Dienstleistungen entsprechen sozialen und gesellschaftlichen Anliegen, erzielen eine langfristige finanzielle Wertschöpfung und schonen die natürlichen Ressourcen. Es ist klar, dass hierbei Zielkonflikte entstehen, aber das Unternehmen nimmt diese als Herausforderung an.

Je nach Position der Produkte und Dienstleistungen innerhalb der Wertschöpfungskette verfügt Implenia über unterschiedlich lange Hebel. Kann beispielsweise bei der Planung eines Projekts noch grundlegend über die ökologische Materialwahl und den Betriebsenergieverbrauch entschieden werden, steht bei der Realisierung die schonende Verarbeitung im Vordergrund. Die Nachverfolgung der Nachhaltigkeitsthemen wird über das interne Nachhaltigkeitskomitee vorbereitet und findet in regelmässigen Abständen in den Geschäfts­leitungssitzungen der Gruppe statt.

2.2Einsatz für das Klima

Für Implenia mit ihren breiten Aktivitäten im gesamten Bauprozess sind die Folgen des Klimawandels und Massnahmen zu dessen Eindämmung von grosser Bedeutung. Das Bauunternehmen hat es in der Hand, mit seiner Tätigkeit dazu beizutragen, dass weniger Treibhausgase ausgestossen werden.

Mit dem bewussten Entscheid, in konkreten eigenen Projektentwicklungen Bautechniken einzusetzen, die weniger graue Energie erfordern, leistet Implenia einen Beitrag zur Reduktion von vor- und nachgelagerten Treibhausgasemissionen. Implenia vermindert zudem auch den direkten Verbrauch von fossilen Energien auf Baustellen, Werkhöfen und Produktionsanlagen (siehe Kapitel 4).

2000-Watt-Gesellschaft

Implenia will zur Verwirklichung der 2000-Watt-Gesellschaft beitragen. Die 2000-Watt-­Gesellschaft ist eine Vision, welche von vielen Kantonen, Gemeinden und Städten, aber auch Immobilieninvestoren aufgenommen wurde. Die Vision verdeutlicht, dass wir unseren hohen Lebensstandard auch mit stark vermindertem Energieverbrauch erhalten können. Für Bauprojekte bedeutet dies, dass neben einer energieoptimierten Bauweise auch die Mobilität und damit der Standort in die Betrachtung einfliessen muss.

2.3Gesamtbewertungen unserer Bauprojekte

Um die Prinzipien des nachhaltigen Bauens zu verwirklichen, muss der abstrakte Begriff in konkrete qualitative und quantitative Kriterien gefasst werden. Dies gelingt Implenia beispielsweise mit einem selber entwickelten Instrument zur ganzheitlichen Bewertung von Bauvorhaben, der sogenannten «Gesamtbewertung Nachhaltiges Bauen», GeNaB® (siehe Textbox). GeNaB® wird bei allen Implenia Eigenentwicklungen angewendet. Von Implenia entwickelte Projekte müssen eine bestimmte Schwelle erreichen, damit sie vom Investment Committee genehmigt werden.

Grafik GeNaB®: Gesamtbewertung Nachhaltiges Bauen

GeNaB®

Implenia entwickelte 2008 ein eigenes Instrument zur Bewertung von Bauvorhaben: die Gesamtbewertung Nachhaltiges Bauen, kurz GeNaB®. Seit Mitte 2012 befindet sich das Instrument auf einer benutzerfreundlichen Webplattform. GeNaB® unterstützt die Bauverantwortlichen bei der Planung, Überprüfung und Optimierung von Neu- oder Umbauprojekten in Bezug auf Nachhaltigkeit. Das Bewertungsraster umfasst die vier Gebäudekategorien Wohnen, Büro, Detailhandel und Fachmärkte sowie die beiden Projektarten Neubau und Modernisierung. Der Erfüllungsgrad der einzelnen Kriterien wird im Sinne eines Ampelsystems bewertet. Dank GeNaB® lässt sich eine Immobilie von Beginn weg nachvollziehbar und umfassend nachhaltig planen.

2.4Nachhaltige Bauprojekte

Implenia verfolgt bei vielen ihrer Projekte nachhaltige Ansätze. Über einen besonderen Spielraum verfügt sie bei Eigenentwicklungen, also bei jenen Projekten, die sie von Grund auf konzipiert, plant und umsetzt. Dort kann das Unternehmen wichtige Faktoren wie Standort, Architektur, Bau- und Energiekonzept, die entscheidenden Einfluss auf die Nachhaltigkeit haben, direkt beeinflussen. Solche Projekte werden vom Projektleiter einer laufenden Nachkontrolle mit GeNaB® und einer unabhängigen Verifizierung durch die Nachhaltigkeitsfachleute des Technical Supports unterzogen.

2.4.1 schorenstadt, Basel

Die schorenstadt in Basel ist in vielerlei Hinsicht ein bahnbrechendes Projekt. Die von Implenia konzipierte Wohnsiedlung umfasst 43 Stadthäuser sowie 22 Eigentums­wohnungen in zwei Mehrfamilienhäusern und ist das erste baselstädtische Wohnbauprojekt der 2000-Watt-Gesellschaft. Es erfüllt die Anforderungen des SIA-Effizienzpfads Energie und den Minergie-P-ECO-Standard. Ausserdem stellt die schorenstadt ein Pilotprojekt für den neuen Standard Nachhaltiges Bauen Schweiz (SNBS) dar. Das Projekt gewann den Real Estate Award 2012 für die beste Projektentwicklung.

Um den Bedarf an grauer Energie möglichst tief zu halten, wird die schorenstadt mehrheitlich in Holz gebaut. Auf den Dächern wird eine Fotovoltaikanlage installiert, die sich im Besitz aller Bewohner befindet. Der Erlös aus dem Stromverkauf fliesst in einen zweckgebunden Fonds, welcher Mobilitätsgutscheine für die Nutzung des öffentlichen Verkehrs an die Bewohner ausschüttet. Alle Bewohner sind verpflichtet, zertifizierten Ökostrom zu beziehen. Für die ersten zehn Jahre wurde bereits ein Liefervertrag abgeschlossen. Solche Ansätze bringt die 2000-Watt-Gesellschaft mit sich. Sie sind für alle Beteiligten neu.

roy, Winterthur
Bibliothek ZHAW, Winterthur

2.4.2 roy, Winterthur

Auf dem ehemaligen Sulzerareal in Oberwinterthur baut Implenia seit 2013 das Projekt roy mit Wohn- und Gewerbeflächen. Die Überbauung wird in Mischbauweise mit Holzfassaden erstellt. Investoren sind zwei Immobilienfonds der Credit Suisse AG. Mit dem Gebäude, das 2016 fertiggebaut sein soll, realisiert Implenia nicht bloss ein 2000-Watt-Projekt, sondern strebt auch das Gütesiegel greenproperty Gold an.

roy ist ein sechsstöckiger Bau mit begrüntem Innenhof und bietet insgesamt 229 Wohnungen mit 2,5 bis 5,5 Zimmern. Im Erdgeschoss zur Strasse hin können auch Geschäfte einziehen. Für Projekte im Rahmen der 2000-Watt-Gesellschaft ist es zentral, dass die Nutzer ökologisch mobil also zu Fuss, per Velo oder mit dem öffentlichen Verkehr unterwegs sind. Eine wichtige Voraussetzung dafür ist eine gute Anbindung an den öffentlichen Verkehr, was durch die gute Lage zu Bahn- und Busverbindungen gegeben ist. Geplant sind 204 Park­plätze, also weniger als einer pro Wohnung. Im Mobilitätskonzept sind dafür ein Standort für Mobility-Autos und eine Fahrradverleihstation vorgesehen.

2.4.3 Bibliothek ZHAW, Winterthur

Bereits vor einigen Jahren hat Implenia einen Teil des ehemaligen Sulzer-Industrieareals im Zentrum von Winterthur erworben. Die als City Halle bekannte denkmalgeschützte Industriehalle baute Implenia nach Plänen der Winterthurer P&B Partner Architekten AG um. Dabei wurden die asbesthaltige Schindelfassade sowie die belastete Bodenfläche saniert, die Gebäudehülle nach Minergie-Standard gedämmt und ein Anschluss an das Fernwärmenetz hergestellt. Aus der Industriehalle wurde die neue Hauptbibliothek der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW). Dadurch wird ein brachliegendes Objekt wieder einer Nutzung zugeführt, der Öffentlichkeit übergeben und eine Verdichtung nach innen erzielt. Die Hochschule plant, in den nächsten Jahren auf dem Sulzerareal ihren neuen Hauptstandort zu entwickeln.

2.4.4 Recyclingmaterial für Tiefbau aus Claie-aux-Moines

Das Kieswerk von Claie-aux-Moines ist ein Pionier bei der Wiederaufbereitung von Baumaterialien. Seit 1984 vertreibt das Werk im Kanton Waadt am meisten Recyclingmaterial in der Westschweiz. Im Sommer 2013 wurde eine Produktionshalle in Betrieb genommen, welche die modernste Recyclingtechnologie der Schweiz beherbergt. Die neue Anlage verwertet jährlich rund 100 000 Kubikmeter Abbruchmaterial: alle Arten von Beton, Ziegeln, Backsteinen, Asphalt, Mischmaterial. Dabei ist sie in der Lage, sämtliche auf dem Markt nachgefragten Korngrössen und Qualitäten herzustellen.

Die modernste Recyclinganlage der Schweiz verfügt über zwei neuartige Verarbeitungsstufen: einen Luft- sowie einen Farbseparator. Der Luftseparator entfernt Fremdkörper wie Holz und Plastik aus dem Abbruchmaterial. Der Farbseparator trennt die schweren Anteile wie Ziegel und Backsteine, Asphalt und Beton voneinander. Dank dieser beiden Stufen lässt sich eine perfekte Qualität der Recyclingbaustoffe erzielen. Die gesamte Verarbeitungslinie ist über hundert Meter lang. Ein Anteil von 12 bis 15 Prozent des von der Anlage verbrauchten Stroms wird von der eigenen Fotovoltaikanlage geliefert, die über 50 000 Kilowattstunden Strom pro Jahr erzeugt.

Implenia unterstützt als Hauptaktionärin die Recyclinganstrengungen des Kieswerks Claie-aux-Moines und fördert ihrerseits die Anwendung von Recyclingbeton und anderen Recyclingbaustoffen in eigenen Hochbau- oder Infrastrukturprojekten. Rezyklate sollen sich in den kommenden Jahren stark entwickeln – nicht zuletzt dank der neuen Norm SIA 112 / 2, an der auch Implenia mit ihrem Praxiswissen mitgearbeitet hat. Die neue Anlage bildet demnach einen wichtigen Baustein in der gesamten Nachhaltigkeitskette der Implenia Gruppe.

2.4.5
Klimaschutz im Gotthard-Basistunnel

Der 57 Kilometer lange Gotthard-Basistunnel zwischen Erstfeld und Bodio ist ein Jahrhundertbauwerk. Ab Ende 2016 soll der längste Eisenbahntunnel der Welt die Strassenverbindung von der Innerschweiz ins Tessin von Personen- und Güterverkehr entlasten und damit zu einer nachhaltigeren Mobilität im Alpentransit beitragen. An vorderster Front an diesem Bau der Superlative beteiligt war auch Implenia. Das Unternehmen leitete die TAT, eine Arbeits­gemeinschaft von fünf Firmen, und war insbesondere für die technische Umsetzung der Arbeiten verantwortlich. Die TAT kümmerte sich um den Ausbruch und die Verkleidung des Tunnels sowie den Bau der Bankette in den Losen Faido und Bodio, einem Streckenabschnitt von insgesamt knapp 29 Kilometern. 29 Kilometer, auf denen grosse Herausforderungen auf die Tunnelbauer warteten, darunter die berüchtigte Piora-Mulde.

Es ging bekanntlich alles gut. Die beiden vierhundert Meter langen Hartgesteins-Tunnelbohrmaschinen der TAT bohrten zwei parallele Röhren mit je rund 9 Meter Durchmesser von Bodio nach Faido. Und von dort aus weiter Richtung Norden, wo sie Ende Oktober 2010 auf die Bautrupps aus dem Norden stiessen. Der Ausbau der Röhren verschlang enorme Mengen von Baumaterial, insbesondere Ortbeton. Pro Tag betonierte die Mannschaft der TAT beispielsweise 160 Kubikmeter Innenauskleidung, um den Tunnel zu sichern. Die von Implenia gestellte Baustellenleitung schlug der Bauherrschaft aufgrund von Verarbeitungsschwierigkeiten beim ursprünglich vorgesehenen Beton alternative Beton-Rezepturen vor, die auch die Ökobilanz des Tunnels deutlich verbesserten. Indem die TAT zwei CO2-ärmere Zementsorten des Schweizer Herstellers Holcim verbaute, vermied sie während der gesamten Bauzeit von 2002 bis 2013 insgesamt 33 000 Tonnen CO2 -Emissionen. Auch wurden die Baumaterialien – darunter 650 000 Tonnen Zement und Zusatzmittel, 12 000 Tonnen Stahleinbau und 1400 Tonnen Sprengstoff – per Bahn statt per LKW angeliefert. Dies entlastete die Treibhausgasbilanz um weitere 6100 Tonnen CO2.


2.4.6
Beitrag zur Renaturierung der Linthebene

Das vom berühmten Bauingenieur Hans Conrad Escher geschaffene Linthwerk führt die Linth im Escherkanal von Mollis im Kanton Glarus zum Walensee und im Linthkanal vom Walensee zum Zürichsee. Das Bauwerk aus dem 19. Jahrhundert schützt Bevölkerung, Infrastrukturen und Agrarland vor Überschwemmungen. Doch waren die Dämme im Laufe der Zeit instabil geworden und die Anliegerkantone mussten in den 1990er-Jahren ein Sanierungsprojekt starten, um die Hochwassersicherheit des ehrwürdigen Werks zu verbessern. Nach über zehn Jahren Planung und fünf Jahren Bauzeit wurde das rundum erneuerte Linthwerk im Frühjahr 2013 feierlich eingeweiht.

Beteiligt am 100-Millionen-Projekt war auch Implenia. Das Unternehmen kümmerte sich um den Abschnitt Vreneli- bis Linthbrücke des Escherkanals. Implenias Aufgabe bestand unter anderem darin, den linken Damm auf der Innenseite zu verstärken. Die Aussenseite, eine der wenigen Schweizer Reviere des Moorbläulings (einer Schmetterlingsart), hatte über weite Strecken unangetastet zu bleiben. Im Gebiet Chli Gäsitschachen führten die Fachleute der Implenia zudem eine Flussaufweitung durch und gestalteten einen Naturraum. Der Fluss erhielt seine Eigendynamik zurück, sodass sich wieder Kiesinseln, Auen und Weidenwälder bilden. Zudem verlängerte und renaturierte Implenia den Brugraben, wodurch Lebensräume für Fische, Gelbbauchunken und Grasfrösche entstanden.

Renaturierung der Linthebene: Im Gebiet Chli Gäsitschachen führten die Fachleute der Implenia eine Flussaufweitung durch und gestalteten einen Naturraum.

Biologische Vielfalt erhalten

Nachhaltig zu bauen bedeutet auch, den Einfluss und die Auswirkungen auf Flora und Fauna möglichst gering zu halten. Implenia versucht daher in ihrer Tätigkeit, die biologische Vielfalt zu erhalten. Das Unternehmen will deshalb beispielsweise die Grünflächenziffer in eigenen Projekten erhöhen: Die Ausscheidung von möglichst viel Grünfläche und eine vielfältige, standortgerechte Bepflanzung sollen die Biodiversität positiv beeinflussen. In stark bebauten Gebieten leisten extensiv begrünte Flachdächer einen Beitrag zum Mikroklima und bilden zudem einen Lebensraum für Pflanzen und Tiere.

2.4.7 Tetrag unterstützt nachhaltigen Gebäudebetrieb

In der Schweiz entfällt knapp die Hälfte des Energieverbrauchs auf die Gebäude. Dieser grosse Anteil zeigt, wie wichtig Energiereduktionsmassnahmen bei Gebäuden sind. Die Tetrag Automation AG – eine 100-Prozent-Tochter der Implenia – verfügt über lange Erfahrung mit Systemen zum nachhaltigen Betrieb von Gebäuden und Anlagen. Die von ihr mitentwickelte integrierte Energiemonitoring- und Alarmlösung e3m ist eines der bedeutendsten Produkte am Markt

«Wir haben uns für die Tetrag als Lieferanten entschieden,
da sie auf hervorragende Leistungen als Totalunternehmer und auf eine grosse Kompetenz im Energiemanagement zurückgreift. Unsere hohen Erwartungen wurden voll erfüllt.»
Ralf Kreienbühl, Energy Manager Swisscom (Schweiz) AG

Auf das System setzt zum Beispiel die Swisscom. Tetrag wurde vom Kommunikationsunternehmen beauftragt, ein schlüsselfertiges Energiemonitoringsystem für die 67 energieintensivsten Data Center und Telefonzentralen aufzubauen. Ausschlaggebend für die Auftragserteilung waren das überzeugende Gesamtpaket vom Zähler bis zum fertigen Energiebericht sowie die hohe Kompetenz und langjährige Erfahrung der Tetrag. Swisscom will ihre Energieeffizienz von 2009 bis 2015 um 20 Prozent steigern. Mit der Identifikation von Optimierungspotenzialen und der Erfolgskontrolle der Massnahmen leistet das Energiemonitoringsystem einen grundlegenden Beitrag zur Erreichung dieses ambitionierten Ziels.

«Der energieeffiziente Betrieb der Verkaufsstellen ist ein wesentlicher Pfeiler in der Umsetzung der Coop-CO2-Vision. Unser Ziel ‹CO2-neutral bis 2023› ist aus heutiger Sicht ohne die professionellen Energiemonitoringsysteme der Tetrag nicht realisierbar.»
Thomas Häring, Leiter Energie & Technik Total Store bei Coop

2.5Standard Nachhaltiges Bauen Schweiz

Implenia beteiligte sich an vorderster Front an der Entwicklung eines neuen nationalen Baustandards. In der Berichtsperiode gründete Implenia gemeinsam mit anderen wichtigen Akteuren und Investoren das Netzwerk Nachhaltiges Bauen Schweiz (NNBS). Es soll den Wissens- und Erfahrungsaustausch sowie die Zusammenarbeit der Baufachleute aus Wirtschaft, öffentlicher Hand, Bildung, Politik und Wissenschaft fördern. Dies schafft Synergieeffekte für eine positive Entwicklung des Baubereichs.

Der Standard Nachhaltiges Bauen Schweiz (SNBS) basiert auf den Nachhaltigkeitszielen des Bundes und stellt spezifisch nationale Herausforderungen wie beispielsweise das Thema Verdichtung ins Zentrum. Andere Ansätze wie etwa die 2000-Watt-Gesellschaft und Minergie ECO wurden in den neuen Standard integriert. Die bewährten Ansätze werden damit um wirtschaftliche und gesellschaftliche Kriterien ergänzt.

Der Standard durchlief inzwischen eine zweijährige Entwicklungsphase, bei der
Implenia von Anfang an aktiv dabei war. Dabei konnte das Unternehmen von seinen Erfahrungen mit der Entwicklung und Anwendung von GeNaB® profitieren. Im Winter 2013 /14 lief eine Erprobungsphase, an der sich auch Implenia beteiligte. Wie gut lässt sich der Standard in der Praxis umsetzen? Diese Frage klärt das Unternehmen am Beispiel der Wohnsiedlung «schorenstadt» in Basel. Es hat sich gezeigt, dass der Standard grundsätzlich mit vertretbarem Aufwand anwendbar ist.

Nach der Modernisierung durch Implenia ist das Bürogebäude «Flurpark» in Zürich bereit für eine nachhaltige Zukunft.

2.6Verdichtung dank Modernisierung

Die Sanierung von alter Bausubstanz bietet ein enormes Marktpotenzial und spielt auch eine grosse Rolle bei der nachhaltigen Entwicklung, bei der Verdichtung und besseren Nutzung von Bestandesimmobilien. Bislang betrieb Implenia dieses Geschäft regional und organisatorisch fragmentiert, nun baut das Unternehmen überregional und bereichsübergreifend mehr Know-how auf und will so mehr Schlagkraft entwickeln. Seit 2013 sind in den Region­en Basel, Aarau und Zürich die ersten interdisziplinären Modernisierungs-Teams an der Arbeit. Im Zusammenhang mit der immer wichtiger werdenden Siedlungsverdichtung kann der Holzbau mit seinen Leichtbauverfahren bei Aufstockungen von Bestandsbauten einen entscheidenden Beitrag leisten.

2.7Lieferanten als Partner

Um nachhaltige Werke zu schaffen, sind auch die Geschäftspartner gefordert. Denn als General- oder Totalunternehmerin vergibt Implenia grosse Volumen an Lieferanten und Subunternehmen. Rund 70 bis 80 Prozent des Umsatzes entfallen auf solche Drittaufträge.

Im Bestreben nach langfristigen Partnerschaften hat Implenia in der Berichtsperiode ein mehrstufiges Lieferantenmanagementsystem entwickelt (siehe Abbildung) und Anfang 2014 eingeführt. Darin deklarieren die Geschäftspartner ihre Massnahmen in den Bereichen Umwelt, Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz, Riskmanagement und Compliance. Sämtliche neuen Lieferanten durchlaufen eine Präqualifikation und beantworten einen Fragebogen über verschiedene Aspekte zu oben genannten Massnahmen, der bei einer späteren Bewertung der Zusammenarbeit beigezogen wird. Fragen im Zusammenhang mit der Umwelt und Gesundheit lauten beispielsweise: «Ist Ihr Unternehmen OHSAS-18001-, ISO-14001- oder EMAS-zertifiziert,  werden Ihre Mitarbeiter zum Thema Arbeitsschutz, Arbeitssicherheit geschult und, falls ja, wie?» oder «Haben Sie einen eigenen Code of Conduct implementiert?»

Dank ihres Lieferantenmanagements schafft Implenia mehr Transparenz und eine Basis für eine langfristige, fruchtbare Zusammenarbeit mit Partnern, die ein gleiches Verständnis der Grundwerte haben. Mit dem System lassen sich Tendenzen frühzeitig erkennen: So kann das Einkaufsvolumen gezielt auf positiv auffallende Lieferanten konzentriert werden. Bei negativen Signalen können Massnahmen ergriffen werden. Weiter ermöglicht eine frühe Einbindung der Partner in Implenia Projekte, Risikofaktoren besser zu identifizieren und zu beherrschen sowie Synergieeffekte bei der Beschaffung von Materialien und Dienstleistungen zu nutzen. Schliesslich zielt Implenia mit dem neuen System darauf ab, dass alle Unternehmen in der gesamten Wertschöpfungskette vermehrt einen Beitrag zur Steigerung der Nachhaltigkeit leisten. So etwa, indem sie innovative und nachhaltige Lösungen aktiv einbringen und ressourcenschonende Materialien einsetzen.



Gespräch über das neue
Lieferanten­management
der Implenia

Interview

Kundenreklamationen

2.8Kundenfeedback ernst nehmen

Zufriedene Kunden sind die Basis für das langfristige Bestehen jedes Unternehmens. Um herauszufinden, wie diese die Leistungen des Unternehmens sehen, fühlt Implenia den Puls ihrer Kunden. Nebst entsprechenden Nachfragen im direkten Kundengespräch führt Implenia auch systematische Erhebungen über die erhaltenen Reklamationen und zur Kundenzufriedenheit durch.

Reklamationen
Die schriftlichen Beschwerden werden von den Verantwortlichen vor Ort erfasst und umgehend bearbeitet. 2013 wurden die Reklamationen im Geschäftsbereich Buildings systematisch ausgewertet. Rund zwei Drittel davon betreffen Mängel am Bau, insbesondere die Konstruktion, den Ausbau oder das Material (siehe Grafik). Da die meisten Reklamationen von Wohnungskäufern stammen, bleibt die Mängelerledigung insbesondere beim Stockwerk­eigentum weiterhin eine Herausforderung. Aus diesem Grund startete Implenia ein Projekt zur Verbesserung des gesamten Käuferprozesses.

Kundenzufriedenheit
Zum Schluss eines jeden Projektes – bei Grossprojekten auch zwischendurch – erfasst
Implenia die Kundenzufriedenheit mittels eines Fragebogens. Dabei werden einerseits ergebnisbezogene, andererseits prozessuale Kriterien abgefragt. Zudem sollen die Kunden auch eine Gesamt­beurteilung der Implenia Leistung vornehmen. 2013 hat Implenia insgesamt 292 Rückmeldungen von Kunden erhalten.

Gemäss seinen 164 Feedbacks erzielte der Geschäftsbereich Buildings erfreulich hohe Zufriedenheitswerte (siehe Grafik). Das Ziel, mindestens 90 Prozent positive Beurteilungen zu erhalten, wurde wie im Vorjahr erreicht. Vor allem das Engagement und die Kompetenz der Mitarbeitenden werden als sehr gut erachtet. Eher kritisch wird die Mängelerledigung beurteilt. Erfreulicherweise konnte die Zufriedenheit in diesem Bereich in den letzten zwei Jahren verbessert werden (von 67 auf 76 Prozent).

In den übrigen Geschäftsbereichen beantworteten insgesamt weitere 128 Kunden den Fragebogen. Positiv sehen sie in erster Linie die Beratung und Betreuung sowie die Qualität der Ausführung. Als gut werden auch die Themen Nachhaltigkeit und Umweltschutz sowie die Sicherheit auf den Baustellen beurteilt. Gesamthaft betrachtet resultiert auch aus diesen Rückmeldungen eine sehr hohe Kundenzufriedenheit von 92 Prozent.


Interview mit Dr. Beat Schwab,
Head Real Estate Asset Management bei der Credit Suisse

Interview

Kundenzufriedenheit

2.9Zielerreichung 2012 / 2013

Implenia will mit ihrem Kerngeschäft einen Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung leisten.

Strategie

Ziele 2012 /2013

Zielerreichung

Status

Kunden früh­zeitig und umfassend beraten

  • Gruppenübergreifendes Key Account Management lancieren
  • Mit dem Key Account Management konnten erste Erfolge erzielt werden. An einem gruppenüber­greifenden Ansatz wird weiter gearbeitet.

Initiierung und Realisierung nachhaltiger Bauten vorantreiben

Hochbau

  • Ein Projekt nach dem Konzept «Standard Nachhaltiges Bauen Schweiz» bearbeiten

Hochbau

  • Aktive Mitarbeit bei der Erarbeitung des «Standards Nachhaltiges Bauen Schweiz» als Mitglied der Steuerungsgruppe des Bundesamtes für Energie (Kapitel 2.5)
  • Einhaltung der Nachhaltigkeitskriterien bei den gestarteten Projekten laufend prüfen
  • Projekt «schorenstadt» als Pilotprojekt für die Über­prüfung des Standards Nachhaltiges Bauen eingereicht (Kapitel 2.4.1 / 2.5)
  • GeNaB® weiterentwickeln und konsequent anwenden
  • 2000-Watt-Gesellschaft im Projekt «schorenstadt» in der Umsetzung
    sowie im Projekt «roy» in der Planung (Kapitel 2.4)
  • Konsequente GeNaB®-Anwendung und -Prüfung bis zum Invest­ment-Committee-Antrag führt zur Erhöhung der Projektqualität, Nutzungs­kategorie Büro wurde zur umfassenderen Liegen­schafts­bewertung ergänzt (Kapitel 2.3)

Tief- und Infrastrukturbau

  • Nachhaltiges Bauen im Bereich Tiefbau / Infrastrukturbau mit konkreten Projekten bearbeiten

Tief- und Infrastrukturbau

  • Das Know-how der Implenia im Bereich Rohstoffe und Baustoffe ist in die Erarbeitung der neuen Norm SIA 112/2 eingeflossen. Die Norm befindet sich in der Vernehmlassung (Kapitel 2.4.4).

 

 
  • Aufgrund von Verarbeitungs­schwierig­keiten bei den vorgesehenen Zement­sorten im Projekt Gotthard-Basistunnel wurde auf CO2-ärmere Zementsorten ausgewichen. So konnten über die Bauzeit 33 000 Tonnen CO2 einge­spart werden (Kapitel 2.4.5).
  • Implenia kann im Bereich der Tief- und Infrastrukturbauprojekte das nachhaltige Bauen durch folgende Massnahmen beeinflussen:
    • Auswahl nachhaltiger Tief- und Infrastrukturbauten
    • Einflussnahme auf die Materialwahl während der Realisierung
    • Reduktion des Energieverbrauchs während der Realisierung durch einen effizienten Maschinenpark

Anforderungen an Lieferanten festlegen und
implementieren

  • Anforderungen an Lieferanten festlegen, implementieren und überprüfen
  • Fragenkatalog Lieferanten­anforderungen für Umwelt und Arbeitssicherheit / Gesundheits­schutz erarbeitet und implementiert (Kapitel 2.7). Die Überprüfung startet im 2014.

Vernetzung der Geschäftsbereiche vorantreiben

  • «Nachhaltiges Gesamt­bauwerk» auf Basis der Kernkompetenzen der Implenia realisieren
  • Nachhaltigkeitsleistungen verschiedener Implenia Bereiche in den Projekten «Neugrüen, Mellingen», «schorenstadt, Basel» und «roy, Winterthur» umfassend umgesetzt (Kapitel 2.4, Titelgeschichte Kapitel 2)
  • Zusammenarbeit der Geschäftsbereiche
    konsequent leben

Ziel vollständig erreichtZiel teilweise erreichtZiel nicht erreicht

2.10Ziele und Aktivitäten 2014 /2015

Implenia will mit ihrem Kerngeschäft einen Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung leisten.

Strategie

Ziele 2014/2015

Aktivitäten 2014/2015

Kunden frühzeitig und umfassend beraten

  • Wir spielen bewusst unsere Kompetenz im nachhaltigen Bauen bei den Kunden aus
  • Am Markt gezielt auf nachhaltiges Bauen ausgerichtete Projekte akquirieren und dem Kunden das Nachhaltigkeitspotenzial aufzeigen
  • Mit dem Kunden auf seine Strategie des nachhaltigen Bauens ausgerichtete Lösungen erarbeiten
  • Den Einsatz des Baustoffs Holz in den Projekten durch die Erweiterung der Produktions­kapazität forcieren

Initiierung und Realisierung nachhaltiger Bauten vorantreiben

  • Wir übernehmen eine Führungsrolle bei der Um­setzung des «Standards Nachhaltiges Bauen Schweiz» (SNBS) und fördern die «2000-Watt-Gesellschaft»
  • Wir schaffen ein gemeinsames Verständnis von nachhaltigem Bauen im Tief- und Infrastrukturprojekten
  • Praxisanwendung des SNBS anhand des Projekts «schorenstadt»
  • Umsetzung der «2000-Watt-Gesell­schaft» in den Projekten weiter vorantreiben
  • GeNaB®-Kriterien quantitativ schärfen und konsequent über alle Projektphasen anwenden
  • Das Verständnis, was nachhaltige Tief- und Infrastrukturprojekte umfassen, mit konkreten Kriterien und Indikatoren festlegen

Anforderungen an
Lieferanten festlegen und implementieren

  • Wir arbeiten mit zukunfts­fähigen Lieferanten zusammen
  • Die Lieferanten anhand der Selbstdeklaration und Präqualifikation beurteilen, auswählen und entwickeln
  • Projektspezifische Lösungen mit den Lieferanten erarbeiten

Vernetzung der Geschäftsbereiche vorantreiben

  • Wir setzen unsere Möglichkeiten (Finanzierung, Nach­haltigkeits­planung, Holzbau) in realisierte nachhaltige Bauten um
  • Drei «nachhaltige Gesamtbau­werke» auf Basis der Kernkompetenzen der Implenia realisieren
  • Zusammenarbeit der Geschäfts­bereiche konsequent leben
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