Attraktives Arbeitsumfeld

Mehr als 6000 Personen aus über 70 Nationen arbeiten bei Implenia. Das Unternehmen unternimmt viel, um ihre Gesundheit zu schützen und Sicherheit zu gewährleisten. Darüber hinaus engagiert sich Implenia auch für das Wohlbefinden sowie die berufliche Aus- und Weiterbildung ihrer Mitarbeitenden.

Mitarbeitende aus über 70 Nationen
sind für Implenia tätig.

3.1Personalstruktur

Ende 2013 arbeiteten insgesamt 6435 Mitarbeitende für Implenia (Vollzeitstellen inkl. Temporärmitarbeitende). Implenia vereint Mitarbeitende aus über 70 Nationen. Davon stammen rund 40 Prozent aus der Schweiz, 19 Prozent aus Portugal, 8 Prozent aus Italien, 7 Prozent aus Deutschland sowie 6 Prozent aus Norwegen. Lange Betriebszugehörigkeit und eine hohe Loyalität bilden die Norm. Im Mittel bleiben Mitarbeitende 11,8 Jahre im Betrieb. Die Fluktua­tionsrate betrug im 2013 gruppenweit 11,3 Prozent gegenüber 8,1 Prozent im Vorjahr (ohne saisonale Ein- und Austritte). Der Frauenanteil bezogen auf die Vollzeitstellen liegt mit 7,5 Prozent etwas höher als im Vorjahr (2012: 7,2 Prozent).

Implenia garantiert allen Mitarbeitenden die gleiche Behandlung, unabhängig ihrer ethnischen Herkunft, ihrer Hautfarbe, ihres Geschlechts, ihrer Religion oder ihrer politischen Ansichten. Das Unternehmen hält sich an die Vorgaben der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO). Dies betrifft insbesondere die Arbeitsnormen über die Gleichheit des Entgelts für gleichwertige Arbeit sowie über die Diskriminierung in Beschäftigung und Beruf.

Um die Chancengleichheit im Berufsleben langfristig sicherzustellen, arbeitet Implenia mit dem Eidgenössischen Büro für Gleichstellung zusammen. Dieses führt – beispielsweise bezüglich der Saläre – periodische Kontrollen durch. Während der Berichtsperiode wurden keine Vorfälle im Zusammenhang mit Diskriminierung gemeldet. Diesen Erfolg führt das Unternehmen unter anderem auf die flächendeckenden Schulungen zum Code of Conduct zurück.

Vollzeitstellen

Vollzeitstellen nach Herkunftsland 2013

3.2Kompetenz und Eigenverantwortung fördern

Mit ihrem Leitmotiv «One company, one goal, one spirit» will Implenia den Zusammenhalt innerhalb des Unternehmens und das Commitment der Mitarbeitenden stärken und die Zusammenarbeit über Grenzen von Abteilungen, Bereichen und Nationen hinweg fördern. Die seit Februar 2013 geltende flache Struktur von Implenia zielt zusätzlich auf kurze Entscheidungswege und Eigenverantwortung. Auch dadurch soll die Wirksamkeit des Unternehmens am Markt erhöht werden.

Die Unternehmensführung delegiert Entscheidungskompetenz auf die tiefstmögliche Stufe. Dieser Grundsatz erhöht nicht bloss die Effizienz der Abläufe, sondern auch die Eigenverantwortung der Mitarbeitenden und trägt damit zur Attraktivität der Stellen bei. Dies spiegelt sich auch in der regelmässigen Auszeichnung als attraktiver Arbeitgeber: Im Rahmen der jährlichen Universum-Top-100-Umfrage belegte Implenia im Bereich Engineering in der Berichtsperiode Platz 24 (2012) und 29 (2013).

Vollzeitstellen nach Beschäftigungsgrad 2013

Ein moderner Talent-Management-Prozess sowie der Grundsatz, Führungspositionen möglichst aus eigenen Reihen zu besetzen, stärken den Zusammenhalt in der Unternehmung und ermöglichen bereichsübergreifende Entwicklungschancen. So bildete Implenia mit dem Programm «Winning the Future» in der Berichtsperiode rund zwanzig Nachwuchsführungskräfte aus (siehe Reportage). Im Zusammenhang mit der voranschreitenden Internationalisierung des Unternehmens fördert Implenia auch die Mobilität der Mitarbeitenden, indem sie Versetzungsrichtlinien erstellte, die kurze und lange Arbeitsaufenthalte in ausländischen Niederlassungen vorsehen.

Weil Fachkräfte rar sind, nimmt die Rekrutierung von neuen Mitarbeitenden erhebliche zeitliche und finanzielle Ressourcen in Anspruch. Implenia präsentiert sich regelmässig an Hochschul- und Fachhochschulmessen, um Young Professionals, Studenten und Absolventen aus allen Studienrichtungen über die Implenia Gruppe und Einstiegs- sowie Weiterbildungsmöglichkeiten zu informieren.

3.3Entlöhnung

Implenia Schweiz verfügt über eine faire und transparente Entschädigungspolitik. Beim technisch-kaufmännischen Personal wird jede Funktion aufgrund des benötigten Wissens, der geforderten Denkleistung und Problemlösungskompetenz sowie der zu tragenden Verantwortung bewertet. Auf Basis dieser Bewertung wird das Grundgehalt festgelegt. Beim gewerblichen Personal hält Implenia gesetzliche Mindestlöhne sowie Tarifverträge (Gesamtarbeitsverträge) ein. Kadermitglieder erhalten zum vereinbarten Basislohn einen flexiblen Lohnanteil, der aufgrund der Zielerreichung bemessen wird. Dem Topkader – etwa 25 Personen in der Gruppe – wird ein zusätzlicher Lohnbestandteil in Aktien entrichtet.

Auch die Anstellungsreglemente und Sozialleistungen erfüllen zeitgemässe Standards und gehen teilweise über das gesetzlich Geforderte hinaus. So etwa erhalten Mitarbeitende eine zusätzliche Ferienwoche, einen Vaterschaftsurlaub von einer Woche und werdende Mütter geniessen einen Mutterschaftsurlaub von 16 statt der gesetzlichen 14 Wochen.

Die Pensionskassenleistungen übertreffen das gesetzliche Minimum. Die Mitarbeitenden der Implenia sind über eine Pensionskasse mit Beitragsprimat versichert. In der Regel teilen sich Arbeitgebende und Arbeitnehmende die Beiträge hälftig. Von 2005 bis 2013 hat die Implenia insgesamt 38,5 Millionen Franken an freiwilligen Zuschüssen zur Stützung des technischen Deckungsgrades an die Vorsorgeeinrichtung überwiesen.

Der Stiftungsrat der Pensionskasse ist paritätisch aus Vertretenden der Mitarbeitenden und des Arbeitgebers zusammengesetzt und hat in den letzten Jahren verschiedene Massnahmen getroffen, die das finanzielle Gleichgewicht der Kasse stärkten. So wurden die Leistungen angepasst und die Arbeitgeberbeiträge vorübergehend erhöht. Die Vorsorgepläne wurden vereinheitlicht und vereinfacht. Damit erreichte die Implenia Pensionskasse per Ende 2013 einen Deckungsgrad von 100,5 Prozent.

Zusätzlich zur gesetzlichen Altersvorsorge unterhält Implenia die Vorsorgestiftung «Fondation Patronale», die mit einem Kapital von rund 11 Millionen Franken dotiert ist. Sie soll die wirtschaftlichen Folgen von Krankheit, Invalidität und Todesfällen mildern, indem sie Vorsorgeleistungen gewährt, freiwillige Teuerungszulagen auf Renten ausrichtet oder Personen unterstützt, die von Restrukturierungsmassnahmen betroffen sind.

Ein modulares Aus- und Weiterbildungs­programm sorgt für neue Führungs­kompetenzen und mehr Fachwissen.

3.4Aus- und Weiterbildung

Um Mitarbeitende auf bestehende und zukünftige Anforderungen vorzubereiten, bietet
Implenia sowohl im Bereich von Führungskompetenzen als auch von Fachwissen ein modulares Aus- und Weiterbildungsprogramm an. Schulungen, On-the-job-Trainings und Zertifikatslehrgänge vermitteln den Teilnehmern notwendige Kenntnisse. Damit steigert Implenia die Wissens- und Handlungskompetenz der Mitarbeitenden und ermöglicht Kaderpersonen den effektiven Einsatz von Führungsinstrumenten. In der Berichtsperiode hat Implenia eine webbasierte Lern- und Seminarverwaltungsplattform aufgebaut, bei der Anmelde- und Geneh­migungsprozesse online und transparent ablaufen.

Sommerpraktika bei Implenia Norge

Jedes Jahr stellt sich Implenia Norge an verschiedenen wichtigen Schulen und Hochschulen vor, um das Interesse von Studenten an Implenia zu wecken und angehenden Ingenieuren ein Sommerpraktikum zu ermöglichen. 2012/2013 haben insgesamt 23 Studierende ein solches Praktikum absolviert. Dabei konnten sie das Unternehmen, seine Projekte und die Arbeit in der Baubranche eingehender kennenlernen. Natürlich ist dies auch für Implenia eine gute Möglichkeit, Studierende frühzeitig im Hinblick auf eine spätere Anstellung
kennenzulernen.

Basis der Mitarbeiterentwicklung bildet eine objektivierte Bewertung der Leistung aufgrund des «Management by Objectives»-Führungsansatzes (MbO), den Implenia in der Berichtsperiode im Unternehmen verankerte. So wurden das jährliche Mitarbeitergespräch als wichtiges Führungsinstrument schweizweit nach dem MbO-Ansatz ausgerichtet und die Vorgesetzten bezüglich Zielvereinbarung und Zielbeurteilung geschult. Mit Iperform hat das Unternehmen ein zeitgemässes, webbasiertes Mitarbeitermanagementsystem eingerichtet, das Prozesse wie Zielvereinbarung, Mitarbeiterentwicklung, Aus- und Weiterbildung sowie E-Learning unterstützt.

Der Einstieg bei Implenia erfolgt oft über eine Berufslehre. Der fundierten Lernendenausbildung kommt deshalb eine zentrale Bedeutung zu. Als ausgezeichneter Ausbildungsbetrieb bildet Implenia derzeit rund 200 Lernende aus, einen grossen Teil davon im gewerblichen Bereich. Nach ihrem Lehrabschluss übernimmt das Unternehmen den überwiegenden Teil der Lernenden. Auch in der Lernendenausbildung engagiert sich Implenia über die gesetz­lichen Bestimmungen hinaus. Einführungswochen und -tage erleichtern den Einstieg in die Berufslehre und stärken den Teamgeist. Implenias Berufsausbildung wird durch vielseitige Projekte, Lernendenausflüge und umfangreiche Weiterbildungsmassnahmen ergänzt.

Die Baukostenplanung ist eine Schlüsselfunktion im Bauprozess. Implenia hat in Zusammenarbeit mit der Hochschule Luzern – Technik & Architektur ein umfassendes Weiter­bildungsprogramm für Baukostenplanung aufgebaut: das Certificate of Advanced Studies (CAS) Baukostenplanung GU / TU. Mit dem Weiterbildungsprogramm leistet Implenia gemeinsam mit der Hochschule Luzern einen erheblichen Beitrag zur attraktiveren Positionierung des Berufsbildes Baukostenplaner/-in. Die CAS-Weiterbildung wurde erstmals 2012 durchgeführt. Die zweite Durchführung startete im Mai 2013 mit elf Teilnehmenden, davon fünf von Implenia.

Zur Sicherstellung einer einheitlichen Führungskultur – des «One Company»-Gedankens – erfolgt die Ausbildung für alle Führungskräfte gemeinsam und unabhängig von organisatorischen Einheiten und basiert auf einem zweistufigen Programm. Die erste Stufe, das Führungsentwicklungsprogramm, das 2014 startete, ist sowohl für Mitarbeitende konzipiert, die neu eine Führungsfunktion übernehmen, als auch für neu in die Firma eintretende Führungspersonen. Die zweite Stufe richtet sich an das Senior Management – das obere Kader von Implenia in der Schweiz und in Norwegen – und beinhaltet mehrere Module zur Vertiefung des Managementwissens. Dieses Programm wurde in der Berichtsperiode erstmals durchgeführt (siehe Reportage). Der Talent-Management-Prozess bildet die Grundlage für die Auswahl der Teilnehmenden.

3.5Sicherheit und Gesundheit

Im Baugewerbe wird körperlich hart gearbeitet und auf Werksarealen und Baustellen lauern zahlreiche Gefahren. Implenia unternimmt daher umfangreiche Sensibilisierungs- und Informationsanstrengungen im Zeichen der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes. In den Geschäftsbereichen Bau Deutschschweiz und Construction Suisse Romande und im Geschäftsbereich Buildings, wo die meisten Mitarbeitenden beschäftigt und die Gefahren am grössten sind, sorgen nach OHSAS 18001 zertifizierte Programme für wirksame Massnahmen.

Implenia schult alle neuen Mitarbeitenden der beiden grössten Geschäftsbereiche bei Stellenantritt bezüglich Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz. Auch temporäre Mitarbeitende, die über eine Personalverleihfirma engagiert werden, müssen eine solche Erstinstruktion absolvieren. Die Verantwortlichen einer Baustelle müssen Temporärmitarbeitende zudem auf besondere Gefahren und die Notfallorganisation der Baustelle hinweisen. Jeden Monat wird das Baustellenpersonal ausserdem durch den Polier oder Bauführer auf aktuelle Gefahrenstellen aufmerksam gemacht.

Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz geniessen bei Implenia höchste Priorität.

Am effektivsten und kostengünstigsten ist es, wenn das Wissen zu Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz von Anfang an in die Planungs- und Umsetzungsprozesse mit eingebracht wird. Nachbesserungen in späteren Phasen schränken die Gestaltungsfreiheit ein und führen in der Regel zu höheren Kosten. Implenia will diesem Umstand Rechnung tragen und in allen Projekten, in welchen das Unternehmen als Entwickler oder Totalunternehmer tätig ist, bereits in den frühen Projektphasen die Verantwortung für eine wirksame Unfallprävention übernehmen. Implenia unterscheidet bei der Sicherheit nicht zwischen eigenen und fremden Mitarbeitern. Wer im Rahmen eines Werkvertrags an einer Stelle arbeitet, wo Implenia als Generalunternehmerin die Verantwortung trägt, muss sich an alle gültigen Arbeitsschutz­bestimmungen – ob intern oder gesetzlich – halten.

Ob ein Gerüst rechtzeitig und richtig steht, ob die Lastwagen rückwärtsfahren müssen oder ob genügend Platz für Materiallager vorhanden ist, kann durch eine vorausschauende Planung beeinflusst werden. Implenia hat sich zum Ziel gesetzt, bei allen grösseren Projekten standardmässig ein Sicherheitskonzept zu erstellen. Als Basis dazu dient der von der Suva entwickelte «Sicherheits- und Gesundheitsschutzplan für Baustellen». Der Plan wird bereits während der Offertkalkulation begonnen und danach sukzessive ergänzt. Implenia will mit dem Einsatz dieses Planungsinstrumentes in den eigenen Projekten eine höhere Sicherheitskultur erreichen.

Zur Erreichung der Ziele in der Arbeitssicherheit ist es neben internen Massnahmen und Sensibilisierungskampagnen (siehe Kapitel 3.5.1) vor allem wichtig, auch die Subunternehmer einzubinden. Denn für eine sichere Baustelle ist die Mitwirkung aller beteiligten Unternehmen notwendig. Als erster Schritt dazu wurde am Lieferantentag im Oktober 2013 den rund 90 anwesenden Vertretern von grossen Unternehmen und Lieferanten dargestellt, auf welche Aspekte die Generalunternehmung in Zukunft noch mehr Wert legen wird.

Die Zahl der Berufsunfälle bei Implenia ist 2013 mit 143 Unfällen pro 1000 Vollzeitstellen gegenüber den Vorjahren praktisch konstant geblieben. Die anvisierte Reduktion der Unfallzahlen wurde noch nicht erreicht. Implenia hält indes an ihrem ehrgeizigen Ziel fest, die Anzahl der Berufsunfälle pro 1000 Vollzeitstellen bis 2015 auf maximal 100 zu reduzieren und damit in Bezug auf die Arbeitssicherheit zu den Besten der Branche zu gehören.

Die meisten Unfälle werden nach wie vor durch Fehltritte und Stürze verursacht (2013: 30 Prozent). Eine wirksame Prävention von Stürzen bleibt daher im Fokus und Implenia führt in Zusammenarbeit mit der Suva die Kampagne «Stolpern und Stürzen» weiter.

Abwesenheitsrate

Die Abwesenheitsrate infolge von Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Krankheit liegt mit 4,4 Prozent gleich hoch wie in den Vorjahren. Bezogen auf die Implenia Gruppe entspricht dies einer jährlichen Arbeitsleistung von etwa 300 Personen. Rund 60 Prozent der Abwesenheiten wurden durch Krankheiten verursacht, 26 Prozent durch Berufsunfälle und 14 Prozent durch Nichtberufsunfälle.

Überschattet wird die Unfallstatistik durch drei tragische Todesfälle im Jahr 2013: Zwei eigene Mitarbeitende sowie ein Mitarbeiter eines Drittunternehmens sind bei Unfällen auf Implenia Baustellen ums Leben gekommen. Bei Implenia lösten die Todesfälle grosse Bestürzung aus und verstärkten die Entschlossenheit, noch mehr für die Arbeitssicherheit zu tun. In der Folge liess Implenia eine externe Analyse durchführen, bei der sowohl die Sicherheitsorganisation und die internen Vorgaben als auch die konkrete Umsetzung auf den Baustellen untersucht wurden. Basierend darauf ergriff das Unternehmen mehrere Massnahmen. Dazu gehören eine Anpassung der Organisation, die Einführung bereichsübergreifender Sicherheitsstandards, die Erhöhung der Zahl der Sicherheitsbeauftragten sowie verstärkte Kontrollen. Zudem führte Implenia ein gruppenweites Reporting der Berufsunfälle ein, das jeden Monat an den Sitzungen des Group Executive Board (GEBO) behandelt wird. Damit wird sichergestellt, dass das Top-Management stets für die Situation bei den Unfallzahlen und Unfallkategorien sensibilisiert bleibt.

In Ergänzung zu den umfangreichen Massnahmen zur Arbeitssicherheit setzt sich Implenia mit vielen weiteren Initiativen für das Wohlbefinden der Mitarbeitenden ein. Ein Beispiel dafür ist die Kampagne gegen Alkoholmissbrauch «Über Alkohol im Unternehmen sprechen?», für die Implenia mit dem Europäischen Grand Prix für Gesundheit im Unternehmen 2012 ausgezeichnet wurde. Ebenfalls engagiert sich Implenia bei der Betreuung verunfallter oder erkrankter Mitarbeitender und deren Wiedereingliederung. Die Gruppe arbeitet dafür mit Case-Management-Spezialisten zusammen, die eine intensive Betreuung und sorgfältige Rehabilitierung sicherstellen.

Obwohl sie bereits viele Anstrengungen unternimmt, ist Implenia derzeit dabei, ihr betriebliches Gesundheitsmanagement noch systematischer anzugehen. Unter diesem Begriff wird die Entwicklung von Rahmenbedingungen, Strukturen und Prozessen verstanden, welche die gesundheitsförderliche Gestaltung von Arbeit und Organisation sowie die Befähigung zum gesundheitsförderlichen Verhalten der Beschäftigten zum Ziel haben.

Eine externe Analyse zeigt viele positive Ansätze im Unternehmen auf, unter anderem bei der Übernahme von sozialer Verantwortung, beim Engagement im Interesse des Gemeinwohls und im Absenz- und Case-Management. Allerdings könnten die Ansätze noch besser im gesamten Unternehmen koordiniert und vereinheitlicht werden. Ausserdem sollte nach Ansicht der Fachleute das Thema «Überforderung», das immer wichtiger wird, gezielter angegangen werden. Implenia ist derzeit daran, die Erkenntnisse der Studie auszuwerten und mögliche Massnahmen zu evaluieren.

Umfassende Schulungen und Sensibilisierungsaktionen (weiter unten) sind ein wichtiger Faktor auf dem Weg zu weniger Unfällen.

3.5.1 Sensibilisierungsaktionen auf Baustellen

Mit regelmässigen Sensibilisierungsaktionen auf Baustellen will Implenia das Baustellenpersonal sowie das technische Kader an wichtige Massnahmen bezüglich Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz erinnern und so die Anzahl der Unfälle mittel- und langfristig reduzieren. So wurde beispielsweise unter dem Motto «Viertelstunde Sicherheit» zu wichtigen Sicherheitsthemen auf den Baustellen geschult. Diese Schulungen werden zentral vorbereitet und jeweils von den Polieren vor Ort ihren Bauarbeitern vermittelt. Je nach Thema werden die Aktionen auch durch interne Plakatkampagnen begleitet. Folgende Themen wurden 2012 und 2013 behandelt:

  • Ordnung und Sauberkeit auf der Baustelle
    Etwa drei von zehn Unfällen auf Baustellen werden durch Stürze oder Stolpern verursacht. Eine gute Ordnung auf der Baustelle reduziert die Unfallgefahr und auch die Suchzeiten.

  • Handlauf benutzen
    Die Stolperunfälle verursachen rund 40 Prozent der Taggeldkosten. Besonders gefährlich ist es, auf Treppen zu stolpern. Deshalb widmete sich eine Kampagne spezifisch der Sicher­heit beim Treppensteigen.

  • Persönliche Schutzausrüstung
    Bei fast einem Fünftel aller Unfälle werden die Augen in Mitleidenschaft gezogen. Mit der Kampagne wurde aufgezeigt, dass mit dem Tragen einer Schutzbrille und eines Helms die Unfallgefahr deutlich reduziert werden kann.
  • Leitern richtig einsetzen
    Auf Baustellen kommt es immer wieder vor, dass Leitern falsch verwendet werden. Im Rahmen der Schulung wurden auch defekte Leitern repariert oder entsorgt.

  • Sicherheits-Charta: Sage Stopp!
    Als erste Baufirma unterzeichnete Implenia die Sicherheits-Charta der Suva. Mit der entsprechenden Schulung wurde den Mitarbeitenden aufgezeigt, in welchen Situationen sie die Arbeit aus Sicherheitsgründen unterbrechen sollen.

  • Toolbox
    Bei Tunnelling wurde das wöchentliche Meeting «Toolbox», bei dem kleine Gruppen auf den Baustellen durch den Sicherheitsbeauftragten geschult werden, erfolgreich eingeführt.

  • Turboschlaf
    Viele schwere und tödliche Verkehrsunfälle geschehen infolge Müdigkeit. Ein wirksames Mittel dagegen ist eine 15-minütige Schlafpause. In Zusammenarbeit mit der bfu wurde an mehreren Implenia Standorten die Kampagne durchgeführt.

  • Geschwindigkeit im Strassenverkehr
    Die meisten Verkehrsunfälle ereignen sich innerorts, deshalb wurde die Geschwindigkeit thematisiert. Dies in Anknüpfung an den vorangegangenen EcoDrive-Kurs.

3.6Zielerreichung 2012/2013

Implenia will der Wunschpartner für ihre Mitarbeitenden sein.

Strategie

Ziele 2012 /2013

Zielerreichung

Status

Mitarbeitende durch Aus- und Weiterbildung entwickeln

  • CAS-Baukosten­planung erfolgreich umsetzen
  • Die CAS-Weiterbildung wurde erstmals 2012 durchgeführt. Die zweite Durchführung startete 2013 mit elf Teil­nehmern (Kapitel 3.4).
 
  • Bestehendes Aus- und Weiterbildungsangebot weiterführen
  • Schulungen in Bereichen wie Arbeitstechnik, Rechnungswesen, Informatik, Marketing und Verkauf, Recht oder Sprachen. Sommerpraktika in Norwegen (Kapitel 3.4)

Den Nachwuchs aus den eigenen Reihen rekrutieren

  • Nachwuchsplanung / Talentmanagement / Implenia Akademie (Icademy) umsetzen
  • 16 Führungskräfte wurden mit dem Programm «Winning the Future» erfolgreich ausgebildet (Reportage 3, Kapitel 3.2)
 
  • Implenia engagierte sich 2012 und 2013 am Absolventenkongress in Zürich und war am ETH Kontakt­treffen vertreten (Kapitel 3.2)
  • Förderung der ETH Foundation und Unterstützung des Excellence-Scholarship-Programms

Reduktion der Anzahl und Ausfallzeit bei Berufsunfällen

  • Fehltritte und Stürze sowie Unfälle mit Werkzeugen und Geräten durch Schulung und Kontrolle reduzieren
  • Die anvisierte Reduktion der Unfallzahlen wurde noch nicht erreicht. Die Zahl der Berufsunfälle ist im Jahr 2013 mit 143 Unfällen pro 1000 Vollzeitstellen konstant geblieben (Kapitel 3.5).

Ziel vollständig erreichtZiel teilweise erreichtZiel nicht erreicht

3.7Ziele und Aktivitäten 2014 /2015

Implenia will der Wunschpartner für ihre Mitarbeitenden sein.

Strategie

Ziele 2014/2015

Aktivitäten 2014/2015

Mitarbeitende durch Aus- und Weiterbildung entwickeln

  • Wir entwickeln Baufachleute zu Spitzenkräften und etablieren so die Fachkarriere bei Implenia
  • Schulungsprogramm (Icademy) weiter ausbauen sowie Positionierung nach innen und aussen verstärken
  • Aus- und Weiterbildung zur Unterstützung des Fachkarrieremodells für Baufachleute (Projektleiter, Bauleiter, Bauführer, Baukostenplaner) entwickeln
  • Einführung eines Traineeprogramms für Hochschul-Absolventen

Den Nachwuchs aus den eigenen Reihen rekrutieren

  • Wir entwickeln Führungspersönlichkeiten aus den eigenen Reihen
  • Qualität in der Ausbildung von Lernenden steigern und Lernendenquote erhöhen
  • Zweite Durchführung des Management-Development-Programms «Winning the Future» für Führungskräfte
  • Erste Durchführung des Führungsentwicklungsprogramms «Winning Performance» für Nachwuchskräfte
  • Nachwuchsförderung betreiben im Sinne von Weiterbildung bis Vorarbeiter, Polier und Bauführer

Erhalt und Förderung von Health & Safety, Leistungsfähigkeit und Motivation

  • Wir senken die Anzahl Berufsunfälle unter 100 pro 1000 FTEs, reduzieren die Ausfallzeit und betreiben betriebliches Gesundheitsmanagement systematisch
  • Nachhaltige Sensibilisierung zum Thema Health & Safety auf allen Führungsstufen
  • Health & Safety als Bestandteil der Arbeitsvorbereitung einführen (Sicherheitskonzept)
  • Ausbau der Organisation der Sicherheitsbeauftragten, dadurch mehr Präsenz auf den Baustellen
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